Das Innere der Kirche St. Mariä Empfängnis

Das Taufbecken (1) aus einem fünfzehn Zentner schweren Marmorblock mit Bronzedeckel steht in der 1964 vollendeten Taufkapelle am Eingang Edith-Stein-Straße. Oben links am Eingang ist die Statue der Hl. Edith Stein (2) angebracht. Die Straße an der Kirche wurde nach ihr, der Patronin Europas, umbenannt. Die Figur ist gestaltet nach der Edith-Stein-Statue von Paul Nagel am Petersdom in Rom, die Papst Benedikt XVI. am 11.10.2006 dort segnete.

Der Kreuzweg (3) in den Seitenschiffen besteht aus gedruckten Bildern des Künstlers Sieger Köder. Er ersetzt den stark beschädigten Kreuzweg, den 1930 der Maler Albert Diemke auf Kupferplatten für die Kirche anfertigte. - In den Seitenschiffen sind auch die 12 Apostelleuchter an den Stellen angebracht, an denen die Kirche geweiht wurde.

Der Beichtstuhl (4) stammt aus der alten Kirche St. Ludgerus. Er ist in neugotischem Stil ausgeführt und reich verziert mit Schnitzornamenten, dem guten Hirten, Drachen und Vögeln. Auf die Tür ist das IHS geschnitzt, die Abkürzung des lateinischen Jesus Hominum Salvator, - Jesus, Erlöser der Menschen.

Die Kirchenbänke (5) im Hauptschiff mit ihren geschnitzten Seitenwangen sind seit 1965 komplett durch große Bänke ergänzt worden, ursprünglich gab es vorne Kinderbänke. lm rechten Seitenschiff befinden sich Kirchenbänke aus der Kapelle des ,,Klösterchens" der Franziskanerinnen, das in der Nähe der Kirche stand.

Der neugotische Hochaltar (6) steht nach der Beseitigung des Vorgängeraltars seit 1984 im Chorraum. Er wurde aus Teilen verschiedener Altäre gearbeitet, vom Brühler Restaurator Müller zusammengesetzt und zum Teil ergänzt. Der obere Teil stammt aus Manheim/Erftkreis, um 1850 gearbeitet, die Tabernakeltüren aus Norf. Zu sehen sind dort zwischen zwei Engeln der hl. Petrus, darunter die Bischöfe St. Ludger und St. Suitbertus, die frühen Missionare unserer Region, darunter von links der hl. Christophorus, der hl. Vinzenz von Paul, der hl. Evangelist Johannes und die hl. Cäcilia, die Patronin der Kirchenmusik. Unten sieht man Opferszenen aus dem Alten Testament. Vom alten Hochaltar ist nur noch der Tabernakel erhalten, der sich in der Sakristei befindet, sowie das aus Holz geschnitzte Marienmedaillon, das in die Friedhofskapelle gebracht wurde. Für den alten Hochaltar unserer Kirche stellte Albert Diemke auf zwei großen Bildern Sankt Ludgerus dar mit dem Bauplan des Werdener Klosters und Sankt Suitbertus bei der Taufe. Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfa­len hatte hierfür einen Wettbewerb ausgeschrieben, für den Diemke den ersten Preis und den Auftrag zur Ausführung erhielt.

Die neugotische Ewiglicht-Hängelampe (7) sowie die zum Hochaltar passenden geschnitzten Sedilien und das Kredenztischchen wurden von der Firma Müller erworben, die den neuen Hochaltar aufbaute.

1969 wurde der ungewollt zerstörte Grundstein (8) von 1906, dessen Lage mittlerweile nicht mehr bekannt war, bei der Umgestaltung des Chorraumes von Bauarbeitern gefunden. Die alte und eine neue Urkunde wurden dann an der rechten Seite des Hochchores in der Wand zur Sakristei eingemauert. Die Stelle zeigt eine rote Sandsteinplatte mit den Jahreszahlen 1906 und 1969 an.

Die neue Sakristei (9) wurde 1965 südlich dem Chor angegliedert.

Am 8. Dezember 1985 wurde die würdige Gestaltung des Chorraumes mit der feierlichen Weihe des Zelebrationsaltares (10) und des Ambos (11) durch Weihbischof Dr. Augustinus Frotz abgeschlossen. Der Entwurf für beide stammt von Professor Elmar Hillebrandt und die Ausführung von seinem Sohn. Dieser fertigte den Altar aus einem 1 ½ Tonnen schweren rosa Sandsteinblock und mauerte eine weiße Marmorplatte ein. Die Lebensbäume daran erinnern an Jesu Wort: ,,lch bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben" (Joh 10,10), und die Früchte an den Bäumen rufen das Wort Jesu ins Bewusstsein: ,,Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht" (Joh 15,5).

Ein in schwarzem und hellem Marmor reich gegliederter Barockaltar (12), 1700 wahrscheinlich von einem Grupello-Schüler gearbeitet, befindet sich im linken Seitenschiff. St. Michael als jugendlicher geflügelter Ritter in voller Rüstung steht in drohender Haltung auf dem am Boden liegenden gestürzten Luzifer. Die Rundtafel darüber trägt die Inschrift:

Quis ut Deus, - Wer ist wie Gott? Am Fuße des Altars liest man in lateinischer Sprache die Widmung des Spenders Jodocus von Krufft, Senior der Kanoniker der Bonner Münsterkirche. Er stiftete den Altar für Gott, dem besten und größten, (*D*O*M* = Deo Optimo Maxime), der Seligen Jungfrau Maria, dem Seligen Erzengel Michael und dem Hl. Servatius, dem Patron des Altares. Ursprünglich stand der Altar in Bonn, wurde aber bei der radikalen Umgestaltung des dortigen Münsters 1892 der Vorgängerkirche unserer heutigen Pfarrkirche geschenkt. 1908 wollte der damalige Kirchenvorstand den Altar verkaufen. Der Generalvikar antwortete auf die Anfrage: ,,Auf das Gesuch des Kirchenvorstandes ... erwidern wir, dass ... die Genehmigung nicht erteilt werden kann. Es ist vielmehr Sorge zu tragen, dass genannter Altar möglichst bald in der neu errichteten Pfarrkirche wiederaufgestellt werde." So blieb der für uns wertvolle Altar bis heute hier in der Kirche, anfangs als Taufaltar. Ca. 1962 wurden beim Restaurator Dumpis in Coesfeld i.W. am Altar alle Schäden beseitigt, und er wurde von Abt Maurus Schmidt vom Kloster Himmerod, einem gebürtigen Vohwinkeler, in unserer Kirche feierlich gesegnet.

Zur Weihnachtszeit wird im linken Seitenschiff die handgeschnitzte Oberammergauer Krippe (13) aufgestellt, die 1928 aus Spenden finanziert wurde. Das Besondere an ihr ist die zusätzliche Silhouette von Vohwinkel.

Zur weiteren Ausgestaltung wurde 1982 eine Marienstatue (14) erworben und im linken Seitenschiff aufgestellt, eine Arbeit aus dem spanisch-portugiesischen Raum um 1780. Maria steht über drei Engelsköpfen und der Mondsichel, um den Kopf trägt sie den Kranz mit 12 Sternen. Sie ist dargestellt als junge Frau, die ihre Berufung erfährt, Mutter Gottes zu werden, und als Vollendete, die in den Himmel aufgenommen wird.

Die Fenster mit den verbleiten Buntglasscheiben sind in den 1960er und 70er Jahren eingesetzt worden, nach den Plänen des Glasmalers Jochem Poensgen und von der Fa. Derix, Kevelaer, gefertigt. Poensgen hat auch 1964 das Rosettenfenster mit mundgeblasenen Antik-und Opalgläsern über dem Hauptportal gestaltet. Vorher befand sich dort das große Cäcilienfenster.

Die Orgel (15) mit dem Orgelprospekt von 1972 der Fa. Verscheuren (Niederlande) hat 28 Register, 4000 Pfeifen und einen seitlichen Spieltisch. Die Orgelempore ist künstlerisch besonders anspruchsvoll gestaltet in vielfältig variierten neugotischen Stilformen, z.T. im Flamboyantstil. Zwei Konsolen mit verzierten Baldachinen sind zu sehen, drei Spitzbögen ragen zu Kreuzblumen auf, die beiden äußeren sind mit Maßwerk versehen.

Das Weihwasserbecken (16), das auf einem schlanken Sockel steht, ist das Taufbecken aus der alten Kirche. Weitere marmorne Weihwasserbecken befinden sich an den Eingängen.

Im Bereich des Hauptportals findet man die Gedächtnisstätte (17) für die 186 Toten und die 34 Vermissten des 2. Weltkrieges aus unserer Gemeinde mit dem ,,Christus am Gabelkreuz". Der Corpus Christi ist ein Zinkguss aus den 1920er Jahren.

Gegenüber, am Bild der Immerwährenden Hilfe (18), wird der Verstorbenen gedacht.

Das Traditionsbanner der Kolpingfamilie Wuppertal-Vohwinkel (19) aus dem Jahre 1925 ist in einem Schaukasten links neben dem Hauptportal zu sehen.

Der 56 m hohe Kirchturm (20), dessen Aufgang ebenfalls zur Orgelbühne führt, ist leider nicht frei zugänglich. Inzwischen hängt im Turm das dritte Geläut. Die alten Glocken wurden während der zwei Weltkriege - bis auf die jeweils kleinsten -  der Rüstungsindustrie zugeführt. Die Glocken von 1961 wurden von der Fa. Mabilon in Saarburg/Trier gegossen und von Weihbischof Dr. Augustinus Frotz, einem gebürtigen Vohwinkeler, geweiht. Die Namen der Glocken sind: Dreifaltigkeitsglocke, Christ-Königs-Glocke, Marienglocke, St. Joseph-Glocke, Petrusglocke und Paulusglocke. Jede Glocke trägt eine lateinische lnschrift. Die der Dreifaltigkeitsglocke heißt übersetzt: ,,Ehre sei Dir, Dreifaltigkeit und ungeteilte Gottheit", die der Christ-Königs-Glocke: ,,Kommt, lasst uns anbeten Jesus Christus, den König der Könige".

Die Zahlen im Text (in Klammern) beziehen sich auf den Grundriss (von J. Levy)

Grundriss St. Mariä Empfängnis (c) J. Levy

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