- Start
- Aktuelles
- Glaube im Leben
- Lebendige Gemeinde
- Offene Begegnungsmöglichkeiten
- Kinder und Familien
- Jugendliche und junge Erwachsene
- Erwachsenene und Senioren
- Kirchenmusik
- Ökumene
- Kirchen & Einrichtungen
- Kontakt & Hilfe
-
Im Rahmen des Projektes "Aus der Geschichte lernen" lädt die HoT (Haus der offenen Tür) St. Bonifatius zu einem Stadtrundgang durchs Anilin-Viertel mit dem Historiker Stephan Stracke ein.
Treffpunkt: 18:00 Uhr Schwebebahnstation Westende
Thema: Arbeiter:innen-Widerstand im westlichen Elberfeld
Widerstand im Anilin-Viertel - Goebbels im Zoo-Stadion - IG Farben
Im Sommer 1932 herrschten in Wuppertal bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen zwischen dem antifaschistisch eingestellten Teil der Bevölkerung und der in Wuppertal sehr gut organisierten Nazibewegung.
Ein Hotspot der KPD war das Viertel in direkter Nachbarschaft zu IG Farben (Bayer) in der Vogelsaue und in der Anilinstraße.
Als im Sommer 1932 der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann zu einer Massenkundgebung ins Zoo-Stadion kam, aber auch Joseph Goebbels und Adolf Hitler sich zu Großveranstaltungen im Zoo-Stadion ankündigten, spitzte sich die Situation auf den Straßen zu. Insbesondere der Anmarsch der SA zur Goebbels-Kundgebung konnte massiv aus dem Anilinviertel und aus den Nachbarstraßen gestört werden. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten rächte sich die SA im Sommer 1933 mit Razzien im Anilin-Viertel. Bewohner wurden z.T. schwer misshandelt und ins neu eröffnete KZ Kemna verschleppt.
Darüberhinaus geht es um das katholische Milieu im Anilin-Viertel und den katholischen Pfarrer von St. Joseph, Joseph Schmitz. Er hatte sich 1933 der sog. Verächtlichungsmachung nationaler Symbole schuldig gemacht und war zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte am 11. Juni 1933 im Kirchenblatt seiner damaligen Pfarrei in Quadrath bei Bergheim geschrieben, dass „Fahnen mit heidnischen Symbolen oder verbogenen Kreuzen“ nicht auf eine Fronleichnamsprozession passen. Nach einer 10-monatigen „Kirchenverbannung“, die Schmitz im Kloster Merten erlebte, zog er 1934 nach Wuppertal in die Vogelsaue 73 und arbeitete in St. Joseph. 1943/1944 wurde Schmitz mehrfach zur Gestapo vorgeladen und vom Sachbearbeiter für Juden und Kirchenangelegenheiten Karl Manfeld verhört. Er war der Gestapo wegen seiner seelsorgerischen Tätigkeit für Zwangsarbeiter:innen aufgefallen, u.a. weil er in ausländischen Sprachen predigte.